Gesamt­ranking im Zeit­vergleich

Der Gründungsradar erhebt die Aktivitäten der Hochschulen in der Gründungsförderung nun zum dritten Mal. Das Bezugsjahr für den Zeitvergleich ist hier wie in der Vorerhebung das Jahr 2012. So kann die Entwicklung der Punktzahlen seit dem ersten Gründungsradar gezeigt werden. Um einen Vergleich zwischen den Erhebungen ziehen zu können, werden hier nur die Hochschulen einbezogen, die an der Befragung – sowohl 2016 als auch 2012 – teilgenommen haben.

Insgesamt positive Entwicklung

Im Vergleich zum Ranking 2012 haben sich die Hochschulen in der Gründungsförderung 2016 deutlich verbessert. Die Gesamtpunktzahl ist im Schnitt um 5,9 Prozent gestiegen. Wurden im Gründungsradar 2012 zunächst durchschnittlich 8,9 Punkte erreicht, steigerten sie sich auf 9,6 Punkte im Jahr 2016. Die Verbesserungen sind insbesondere auch auf die kleinen Hochschulen zurückzuführen. Dort konnten die Leistungen um 7,1 Prozent gesteigert werden, bei den mittleren und großen Hochschulen fiel die Veränderung etwas geringer aus (5,7 bzw. 5,4 Prozent). Die im Mittel gestiegene Gesamtpunktzahl zeigt, dass sich das Feld der in der Gründungsförderung aktiven Hochschulen einerseits nach oben verschoben hat. Anderseits sind die Hochschulen auch etwas dichter zusammengerückt: Die Abstände zwischen den Spitzenreitern sind geringer, die Gesamtpunktzahlen der Hochschulen im unteren Viertel sind seltener sehr niedrig.

 

Freiburg, Paderborn und Trier sind die größten Aufsteiger

Derr größte Aufsteiger unter den großen Hochschulen ist die Universität Freiburg mit einer Verbesserung von 25 Prozent im Vergleich zum Gründungsradar 2012, dicht gefolgt von der Universität Paderborn mit 23 Prozent. Die Universitäten Trier (mittelgroße Hochschule) und die WHU – Otto Beisheim School of Management (kleine Hochschule), die bereits von 2012 bis 2013 einen deutlichen Sprung nach vorn machten, konnten ihre Punktzahl noch einmal leicht verbessern, so dass sie mit insgesamt 24 bzw. 22 Prozent Verbesserung in der Punktzahl im Vergleich zu 2012 ebenfalls sehr stark zulegten. Insgesamt konnten sich 25 der großen Hochschulen, 19 der mittelgroßen und 15 der kleinen Hochschulen um mehr als 5 Prozent verbessern. Nur sieben Hochschulen haben sich um mehr als fünf Prozent verschlechtert (überwiegend große Hochschulen).

EXIST-Hochschulen überwiegend an der Spitze

In den bisherigen EXIST-Förderrunden wurde seit 1998 ein Gesamtvolumen von 132,5 Millionen Euro ausgeschüttet. Die in der vierten Phase ausgezeichneten 22 Gründerhochschulen wurden mit 13 Millionen Euro gefördert. Dies spiegelt sich auch in den aktuell erreichten Gesamtpunktzahlen im Gründungsradar wider: So erreichen die Gründerhochschulen mit im Durchschnitt 10 Punkten deutlich bessere Ergebnisse im Gesamtranking als die übrigen Hochschulen mit im Durchschnitt 9,2 Punkten. Dies gilt auch für alle vier Bausteinrankings, in denen die Gründerhochschulen jeweils durchschnittlich etwa 0,2 Punkte besser abschneiden. Darüber hinaus ist auch der Punktezuwachs im Vergleich zu 2012 tendenziell höher. Der Abstand zwischen den bereits vorher erfolgreichen Gründerhochschulen und den nicht geförderten Hochschulen ist also noch größer geworden. Das ist vor allem für die Gruppe der großen Hochschulen relevant, denn 17 der 22 geförderten EXIST-Hochschulen gehören zu dieser Gruppe.

 

Ergebnisse unterscheiden sich stark nach Hochschulgröße

Eine Leistungssteigerung zeigt sich in fast allen Bausteinen. Am stärksten gewinnt die Gründungsverankerung (Baustein 1). Die Sensibilisierung (Baustein 2) verzeichnet ebenfalls relativ große Steigerungen. Die Gründungsunterstützung (Baustein 3) zeigt im Zeitvergleich einen etwas geringeren Zuwachs. Die Ergebnisse zu den einzelnen Bausteinen unterscheiden sich nach Hochschulgröße (Abbildung 2). Während sich in der Gründungsverankerung alle Hochschulen deutlich verbesserten, werden die Unterschiede nach Hochschulgröße für die anderen Bausteine stärker sichtbar: So haben insbesondere die großen und mittleren Hochschulen ihre Gründungssensibilisierung (Baustein 2) ausgebaut. Mittlere Hochschulen haben dagegen bei den Gründungsaktivitäten (Baustein 4) deutlich aufgeholt. Bei der Gründungsunterstützung (Baustein 3) konnten sich vor allem die kleinen Hochschulen verbessern.